Rossini Newsletter Sommer 2019

„Worauf es in einer Therapie ankommt, ist die Fähigkeit zu erlangen, seine Gedanken jederzeit auf Angenehmes, Freundliches lenken zu können!“

Das sagte, vor rund 30 Jahren, Daniel Kahnemann, bisher einziger Nobelpreisträger im Fach Psychologie. Und erntete damit heftigen Widerspruch! Das klang damals vielen zu einfach – denn diese Zeit war in unserer Disziplin sehr speziell geprägt: höchst komplizierte Theorien, allwissende Therapeuten, strenge Bewertungen etc. Dabei basierte die Psychologie bis dahin auf blanken Theorien, die kaum überprüfbar waren und deshalb auch nie wirklich seriös überprüft wurden.

Dann kam die Hirnforschung! Sie konnte auf bildgebende Verfahren zurückgreifen und innere Prozesse wenigstens ansatzweise objektiv darstellen. Vor allem aber lässt die Entdeckung des Ventralen Vagus durch S. Porges in den neunziger Jahren (siehe letzten Newsletter) den Schluss zu: Kahnemann lag völlig richtig.

Warum? Weil wir heute wissen, dass schon ein einziger unangenehmer Gedanke

die Alarmfunktionen des Nervensystems hochfahren kann, mit den entsprechenden Folgen: Grübeln, Unruhe, Ängste, Schlafstörungen, Spannungsschmerzen u.a.

Wer aber seine Gedanken jederzeit auf Angenehmes richten und so in die Ruhe bringen kann, der unterläuft die Abwehrprogramme seines Nervensystems und kommt innerlich wieder runter. Zur inneren Quelle von Kohärenz, Wohlwollen, Gelassenheit, Zuversicht!

Es kommt also immer auf eine „bewegliche Stille“ im Kopf an. Zu diesem Thema findest du hier zwei höchst lesenswerte Artikel. Aus der „Süddeutschen Zeitung“ und aus dem Wissenschaftsmagazin SPEKTRUM.

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