Sympathikus, Glücksnerv, Parasympathikus

Ein komplexes Thema einfach erzählt:

Wir verfügen über innere Schalter, mit denen wir jederzeit Einfluss auf unsere Gefühle, Gedanken und Handlungen nehmen können. Die Inneren Schalter nutzen die angelegten Fähigkeiten und fantastischen Entwicklungspotentiale des Nervensystems auf eine sehr einfache, direkte Weise und öffnen so bislang unbekannte Möglichkeiten für Heilung, Persönlichkeitsentwicklung und positiver Kommunikation.

Die Physiologie steuert die Psychologie. Im Mittelpunkt steht das Nervensystem

Wir funktionieren anders als es die traditionelle Psychologie bislang dachte: Nicht die Psyche, sondern das Nervensystem reguliert und steuert das Innenleben: Die Emotionen, Gedanken, Handlungen und Gewohnheiten. Verdauung, Schlaf, Immunsystem, Leistungsvermögen, Resilienz. Die psychischen/physischen Widerstandskräfte und natürlich auch die (Selbst-) Heilungsprozesse.

Das Nervensystem, das sind drei Nervenstränge, die auf unterschiedlichen Bahnen den Organismus durchziehen: Sympathikus, Parasympathikus (Vagus) und Ventraler (Neuer) Vagus. Das Zusammenspiel dieser drei Protagonisten bestimmt entscheidend die Qualität unseres Lebens. Der Sympathikus aktiviert das System und der Parasympathikus fährt das System wieder runter. Das ist allgemein bekannt. Den Ventralen Vagus kannte bis vor kurzem kein Mensch. Bis der US-Forscher S. Porges eine bahnbrechende Entdeckung machte:

Der Ventrale (Neue) Vagus ist so etwas wie die Seele des Menschen. Er ist für die „weichen“ Themen des Lebens zuständig: für das Selbstvertrauen, das Gefühl von Verbundenheit, für Empathie und wohlwollender Kommunikation. Porges spricht deshalb auch vom „Sozialem Engagement“-Vagus. Andere nennen ihn Selbsthilfe-Vagus oder Herz-Nerv. Mittlerweile wurde Porges für den Nobelpreis vorgeschlagen. Es wäre eine gute Wahl, denn seine „Polyvagale-Theorie“ erklärt und eröffnet ganz neue Perspektiven für Psychologie, Pädagogik und Medizin..

Die Hintergründe:

Unruhige Gedanken, Grübeln, nicht abschalten können, Ängste, Hemmungen, depressive Verstimmungen, Lern- und Leistungsblockaden, Schlaf- und Konzentrationsstörungen – die grassierenden Probleme im stressgeprägten Leben gehen insgesamt auf Funktions-, d.h. Regulationsstörungen des Nervensystems zurück.

Entweder  durch eine chronische Dominanz der Sympathikus Aktivitäten (Kampf–und Fluchtverhalten). Das Grundmuster von Überspannungen im Fühlen, Denken und Handeln. Bis in Angst– und Panikattacken.

Oder durch eine Überaktivität des Parasympathikus (Rückzug bis zum Totstellreflex). Das Grundmuster von Antriebsarmut, Resignation, mangelndes Selbstvertrauen, Pessimismus – bis zur Depression.

Die Lösung: Alles wird gut, wenn der Neue Vagus ins Spiel kommt

Dieses „Medikament“ gibt es in keiner Apotheke zu kaufen, der Organismus produziert es selbst.“

Sympathikus und Parasympathikus sind die Überlebens-Nerven. Der Neue Vagus ist der Lebensnerv.

Nur wenn er aktiv wird, kann sich das Nervensystem  optimal regulieren. Der Organismus gelangt dann in den Zustand der inneren Kohärenz. In die innere Heimat.

Die Wirkungen von Kohärenz-Momente konnte in den letzten Jahren in hunderten seriöser Forschungsprojekte belegt werden.

Der franz. Arzt  D. Servan-Schreiber bezeichnet sie in seinem Weltbestseller „Die neue Medizin der Emotionen“ (2001) als ein „Medikament, das immer wirkt“, es  

„baut Stress, Müdigkeit und Depressionen ab,

beseitigt Angstgefühle und

hilft uns, nachts besser zu schlafen und uns tagsüber konzentrieren zu können,

verschafft Wohlbehagen, reduziert den Bluthochdruck und andere Spannungszustände,

verlangsamt den Alterungsprozess.“

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